Am 27. Mai 2019 fand unter der Thematik „Zukunftsstrategien 2030 im ÖPNV“ erstmals eine netzwerkübergreifende Veranstaltung zwischen BTS Rail Saxony und dem Netzwerk Intelligente Verkehrssysteme Sachsen (IVS) der Sächsischen Energieagentur SAENA statt. Der dritte Gastgeber im Bunde – die Dresdner Verkehrsbetriebe AG – sorgten mit der Einladung in den Betriebshof Trachenberge sowie ins Straßenbahnmuseum nicht nur für den passenden Rahmen, sondern auch mit Einblicke in deren ÖPNV-Strategie für genügend Gesprächsstoff unter den rund 40 Teilnehmern.

Den Einstieg bot Herr Silbermann, Leiter Fahrbetrieb und Prokurist der DVB AG, mit seinem Beitrag zum Thema „Wachsende Stadt – Herausforderungen an den ÖPNV in der Landeshauptstadt Dresden“. Die Gäste erfuhren nicht nur, dass in Anbetracht des rasanten Dresdner Bevölkerungswachstums ein Ausbau des ÖPNV-Angebotes dringend erforderlich ist, sondern auch die Anforderungen an einen attraktiven ÖPNV zunehmend steigen. Folglich müssen Bestandsstrecken ausgebaut, zukünftige Stadtbahnwägen breiter konzipiert sowie die Verkehrsträger noch besser miteinander vernetzt werden. Auch die Optimierung der intelligenten Verkehrssteuerung ist und bleibt ein Aktionsfeld der DVB. Durch wegweisende Verkehrsmanagementprojekte mit der Landeshauptstadt Dresden, wie durch die Einführung eines multimodalen Verkehrsmanagements, sollen weiterhin die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit des öffentlichen Stadtverkehrs trotz des wachsenden Beförderungsaufkommens gewahrt und optimiert werden. Hierzu sollen u.a. der Einsatz von vernetzten Weichen, die Einführung eines intelligenten Störungsmanagements sowie smarte Fahrgastinformationen beitragen.

 

Im Anschluss kam Professor Dr. Krimmling, Geschäftsführer von INAVET – Institut für angewandte Verkehrstelematik GmbH, zum Thema „Einsatz von Fahrsimulatoren und Fahrerassistenzsystemen zur Effizienzsteigerung im ÖPNV und SPNV“ zu Wort. Als kleinster gemeinsamer Nenner ist die INAVET nicht nur Mitglied im BTS e.V., sondern auch im IVS-Netzwerk und schon seit Jahren für DVB wichtiger Kooperationspartner zu den Themen Fahrsimulator und Fahrerassistenzsystem. Momentan sind für den Einsatz in der DVB-Fahrschule weitere Funktionen des Simulators in Planung. So soll in Zukunft bei der Aus- und Weiterbildung am Fahrsimulator der Umgang mit Fahrzeugstörungen mit Hilfe der Vehicle Train Control Unit (VTCU) und das daraus folgende Störungsmanagement anhand realitätsnaher Gefahrensituationen trainiert werden. Auch die Herausforderungen im Umgang mit den Fahrzeugen der neuen breiteren Fahrzeuggeneration sollen am Fahrsimulator geübt werden. Interessierte Gäste erhielten sogar die Chance selbst eine Straßenbahnfahrt im Fahrsimulator zu bestreiten. Weiterhin erklärte Professor Dr. Krimmling, wie durch die Einführung der Qualitätsgerechten Lichtsignalsteuerung (QLSA) sowie das Fahrerassistenzsystem die Verkehrsqualität für den ÖPNV hinsichtlich einschlägiger Faktoren (z.B. Energieverbrauch, Fahrkomfort, Betriebsqualität und Fahrzeitreduktion auf einzelnen Strecken) für die Verkehrsbetriebe und Fahrgäste verbessert werden konnte.

Im Laufe der Veranstaltung boten Besuche der Leitstelle der Dresdner Verkehrsbetriebe den Teilnehmern einen spannenden Einblick in den alltäglichen Geschäftsbetrieb. Ein besonderer Dank gilt zudem dem Straßenbahnmuseum Dresden e.V. für die Bereitstellung des hervorragenden Veranstaltungsortes und für die Führungen durch das Depot historischer Raritäten.

 

 

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 Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.