„Wir haben hier ein Best-Practice-Beispiel für angewandte Forschung gesehen.“ So fasste Prof. Dr.-Ing. Arnd Stephan, Vorstand Wissenschaft bei BTS, den ersten Tag der SET4FUTURE Research Factory an der Universität Birmingham zusammen.

Das angesprochene Best-Practice-Beispiel ist der Hydroflex, der der achtköpfigen sächsischen Delegation am 11. März 2020 im Quinton Rail Technology Centre exklusiv vorgestellt wurde. In Rekordzeit von weniger als einem Jahr hat die Universität Birmingham zusammen mit Porterbrook Rail und weiteren Partnern ein ehemaliges Fahrzeug der Metro London mit Brennstoffzellentechnik und Batteriepacks nachgerüstet. Der Hydroflex hat bereits die ersten Testfahrten absolviert und eine Zulassung für den Testbetrieb im Landesnetz ist beantragt.

Die britischen Projekterfahrungen und die Spezifika des britischen Bahnmarktes als Einsatzfeld für Bi-modale Fahrzeuge mit PEM-Brennstoffzellentechnik standen im Mittelpunkt des Vormittags des 11. März. Gespiegelt wurde das Thema mit neuesten sächsischen Forschungsergebnissen der TU Dresden, Erfahrungen und Erkenntnissen zur PEM-Technik aus dem Bereich der Automotive-Forschung der TU Chemnitz (Lehrstuhl Alternative Fahrzeugantriebe) und den verschiedenen praktischen Perspektiven der sächsischen Unternehmensvertreter.

Am zweiten Tag der Research Factory stand neben einer Besichtigung der Laboratorien des Birmingham Centre for Railway Research and Education an der Universität Birmingham die Diskussion der Erkenntnisse des ersten Tags und die Formulierung der Ideen für die Projektskizze eines Verbundprojekts im Vordergrund. Geplant ist der Aufbau eines umfassenden Verbundprojektes in Sachsen, das die Erfahrungen des Hydroflex und die Universität Birmingham als Projektpartner einbeziehen soll.