Im Februar gab das BMWi die lang erwarteten Förderrichtlinien für die Umsetzung der Ziffer 35c des Konjunkturpakets (Kopa 35c) bekannt. Gleichfalls veröffentlichte das BMVI zwei neue Förderaufrufe für das erst kürzlich verlängerte Programm „Modernitätsfond“ (mFUND). Beide Programme möchten wir folgend kurz skizzieren sowie aufzeigen, welche Themen prioritär adressiert werden.

mFUND-Modernitätsfond

Im Förderprogramm mFund werden Projekte gefördert deren Kernthema die Systematische Entwicklung von innovativen Nutzungs- und Vernetzungsmöglichkeiten von Daten der Mobilität ist. Dabei können die Themen Effizienzsteigerungen in der Alltagsmobilität, Datenbasierte Geschäftsmodelle in der digitalen Wirtschaft genauso wie eine bessere Datengrundlage für die Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben umfassen. Es existieren zwei Förderlinien. In Förderlinie 1 sind Ausarbeitungen von Projektvorschlägen bzw. Vorstudien adressiert, während Förderlinie 2 Projekt der angewandten Forschung und experimenteller Entwicklung beinhaltet. Bereits im November wurde das Programm, welches ursprünglich zum 31.12.2020 auslaufen sollte, verlängert. Resultierend aus der Verlängerung wurden nun auch zwei neue Förderaufrufe für die Förderlinie 2 veröffentlicht. Es wurden folgende Prioritätsthemen mit den zugehörigen Fristen zur Einreichung von Projektskizzen ausgeschrieben:

  • Dateninnovation für die Bewältigung der Corona-Krise in Mobilität und Logistik
    (Frist: 5. April 2021),
  • Datenbezogene Vorhaben für innovative und nachhaltige Verkehrskonzepte
    (Frist: 5. April 2021),
  • Dateninnovationen für Mobilität und Infrastruktur 4.0 im europäischen Kontext
    (Frist 30. April 2021).

Der zweite Aufruf Verknüpft diese Themen zusätzlich mit den Kohleregionen nach § 2 InvKG. Projekte für diese Kategorie müssen entweder in einer der Kohleregionen durchgeführt werden, die Projektergebnisse müssen den Strukturwandel einer der Kohleregionen unterstützen oder die Institutionen die die Vorhaben durchführen müssen ihren Hauptsitz in einer der Kohleregionen haben. Zudem ist eine kontinuierliche Einreichung von Projektskizzen bis zum 30. Juni 2021 möglich. Für die Förderquoten sind folgende Eckpunkte relevant:

  • Maximale Verbundförderquote von 80%
  • Hochschulen mit 100%
  • Auf Kostenbasis (AZK): 70%; Auf Ausgabenbasis (AZA): 90%
  • Bonus für KMU nach AGVO möglich
  • Laufzeit: bis zu 36 Monate
  • Verbundförderung: 3 Millionen €

Weitere Informationen finden sie hier.

Kopa 35c

„Zukunftsinvestitionen für Fahrzeughersteller und Zulieferindustrie“ ist das neue Förderprogramm zur Umsetzung von Ziffer 35c im Rahmen des Konjunkturpakets der Bundesregierung.  Es ist ein milliardenschwerer Betrag für Investitionen der Fahrzeughersteller und Zulieferer vorgesehen. Dies soll einen starken Investitionsimpuls geben, um eine nachhaltige, schnelle und technologieoffene Transformation der Fahrzeugbranche in Gang zu setzen. Hierfür sind Investitionen in neue Konzepte und Verfahren, neue Produkte, Qualifizierung und Produktionsanlagen adressiert.

Das Förderkonzept sieht insgesamt drei Fördermodule vor:

  • Modul A – Modernisierung der Produktion als Schub für Produktivität und Resilienz
    • A1) Investitionsprogramm zur Modernisierung der Produktion in der Fahrzeughersteller- und Zulieferindustrie
    • A2) Digitalisierung der Fahrzeughersteller und Zulieferindustrie
  • Modul B – Erweiterung des Programms „Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien“
  • Modul C – Regionale Innovationscluster zur Transformation der Fahrzeugindustrie

Im Modul A1 sind Investitionen in die Erweiterung und Optimierung von Produktionsanlagen und -prozessen, sowie flankierende Investitionen für den Aufbau von Unternehmenskompetenzen adressiert. Je nach Art und Umfang der Investition sind Förderquoten von bis zu 50% möglich. Während Modul A2 Zuwendungen für die Erforschung und Entwicklung zur Digitalisierung der Fertigungs- und Produktionsprozesse in der Fahrzeug- und Zulieferindustrie gewährt. Je nach Marktnähe der zu entwickelnden Lösungen kann die Förderung bis zu 50% der zuwendungsfähigen Gesamtkosten betragen. Für KMU können im Einzelfall höhere Förderintensitäten bis zu 80% gewährt werden.

Im Modul B wird das aus den beiden Säulen „Automatisiertes Fahren“ und „Innovative Fahrzeuge“ bestehende Förderprogramm „Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien“ auf den Schienenverkehr erweitert. Darüber hinaus werden die „Systemtechnologien“ als dritte Programmsäule ergänzt. Es ist zu beachten, dass nur anwendungsnahe technologische Innovationen die deutliche Fortschritte gegenüber dem aktuellen Stand der Forschung und Technik aufweisen gefördert werden. Je nach Einordnung in die Kategorien „Industrielle Forschung“, „Experimentelle Entwicklung“ oder „Durchführbarkeitsstudien“ sind Förderquoten von bis zu 50% möglich. Zusätzlich erhalten KMU einen Bonus. Forschungseinrichtungen sollen möglichst im Unterauftrag von Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft eingebunden werden, andernfalls ist eine gesonderte Begründung erforderlich. Für das zweistufige Antragsverfahren können jederzeit Projektskizzen eingereicht werden, welche jeweils zum Quartalsende bewertet werden.

Weitere Informationen finden sie hier.

 

Haben sie Ideen oder Vorschläge für Projekte die eines der vorgestellten Förderprogramme betreffen? Dann kontaktieren sie uns!

Rico Siegmund
Clusterkoordinator
Tel: +49 351 497615 914
Mail: rico.siegmund@rail-s.de