Fraunhofer IIS EAS Bildsensorik_Oliver Killig

Intelligente Kamera- und Bildverarbeitungstechnologien eröffnen schier unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten im Bahnsektor und diese betreffen Industrie und Betreiber gleichermaßen.
Zum einen gilt die industrielle Bildverarbeitung als Schlüsseltechnologie zur Automatisierung von Produktionsprozessen – angefangen bei der Produktionsüberwachung über die Qualitätskontrolle bis hin zur zerstörungsfreien Prüfung. Zum anderen kann der smarte Einsatz von Bildsensoren und Kameratechnologien auch erheblich zur Sicherheit der Fahrgäste sowie zur Wirtschaftlichkeit des Fahrbetriebs beitragen. Doch die Möglichkeiten sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft!

Vor diesem Hintergrund lud das Innovationscluster SET4FUTURE zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Institutsteil Entwicklung Adaptiver Systeme EAS am 12. November coronabedingt erstmals zu einer virtuellen Projektwerkstatt ein, um gemeinsam Ideen und Projektansätze zu diskutieren! Dies tat der Diskussion jedoch keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Schnell entfachte sich unter den teilnehmenden Forschungseinrichtungen, Unternehmen sowie Betreibern ein reger Austausch rund um die vorgestellten Lösungen:

„Vision-Systems on Chip“ – Fahrwegüberwachung mittels Highspeed-Bildverarbeitung Lösung
(Dr. André Nauen, Dr. Jens Döge, Fraunhofer IIS/ EAS)
Technologische Kombination aus Bildspeicher und CPU, die eine frühe Bildverarbeitung mit hoher Datenkompression und geringer Latenz ermöglicht.
Potenzielle Anwendungsszenarien:  Zustandsüberwachung von Bahninfrastruktur (z.B. Gleise und Oberleitung), Fahrgastzählung, datenschutzkonforme Überwachung des öffentlichen Raumes (mit integrierter „Privacy by Design“-Technologie) etc.

Strukturintegrierte Multisensorsysteme für Bahnapplikationen
(Dr. Volkhard Beyer, Fraunhofer IIS/ EAS)
Potenzielle Anwendungsszenarien:  Strukturintegrierte, drahtlose Sensorik z.B. zur Zustandsüberwachung von Verschleißteilen sowie zur Überwachung von elektronischen Modulen, Komponenten und Netzteilen (Prävention von Elektronikausfällen).

Fahrzeuggestütztes Gleismonitoring
(Heribert Lehna, IFB Institut für Bahntechnik GmbH)
Potenzielle Anwendungsszenarien:  Zustandsüberwachung der Gleise und Schienen über Schwingungsmesssignale im Fahrbetrieb

Zustandsüberwachung von Bahninfrastruktur mittels ultraschall- und laserspecklebasierter Verfahren
(Dr.-Ing. Lars Schubert, Fraunhofer IKTS)
Potenzielle Anwendungsszenarien:  Permanente Strukturüberwachung für nahezu alle Materialien (z.B. CFK) und vielerlei Anwendungen (z.B. zerstörungsfreie Prüfung und Monitoring für Schweißverfahren)

Pantographenüberwachung – Chancen für Bildverarbeitung mit Intelligenz
(Thomas Hahne, KST GmbH Kamera & System Technik)
Potenzielle Anwendungsszenarien:  Permanente Kontaktüberwachung Pantograph / Oberleitung mittels Spezialkamera, die auf das Fahrzeugdach montiert wird.

Funksensorgestützte passive Objekterkennung
(Prof. Dr.-Ing. Oliver Michler, Institut für Verkehrstelematik an der TU Dresden)
Ansatz ermöglicht passive Objekterkennung/-lokalisierung, d.h. ohne zusätzlichen Sensor oder Tag am Zielobjekt, durch Nutzung der bestehenden Bahnkommunikations- und lokalisierungssignale.
Potenzielle Anwendungsszenarien:  Erkennung von Bahnarbeitern oder Unbefugten im Gleis, Erkennung der Bahnsteigbelegung, Fahrgastzählung

Radar-based Crowd Management – Neues Potenzial der Radartechnologie durch KI
(Hans Klingstedt, Smart Systems Hub)
Potenzielle Anwendungsszenarien:  Kostengünstige, energie- und dateneffiziente sowie datenschutzkonforme Lösung u.a. zur Fahrgastzählung und -leitung

Am Ende wurde deutlich, dass es an zukunftsweisenden Ideen, technologischen Know-how und Lösungen nicht mangelt. Gefragt sind vor allem visionäre Verkehrsunternehmen und Fahrzeughersteller als Entwicklungs- und Anwendungspartner.

 

Sachsen SigneDas Innovationscluster SET4FUTURE wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.