Gemeinsam mit dem Partnerverband und BTS-Mitglied GKZ Geokompetenzzentrum Freiberg e.V. lud BTS Rail Saxony am 23. August 2018 zum nunmehr 5. Mal zur Konferenzreihe „Bergbau trifft Bahntechnik“ ein. Die diesjährige Veranstaltung brachte unter dem Titel „Schnellbahnstrecke Dresden-Prag – Verkehrswegeplanung im Kontext von Geotechnik, Bürgerbeteiligung und Umweltverträglichkeit“ Experten aus den Bereichen Geotechnik, Ingenieur- und Bauwesen, Verkehrswegeplanung sowie Bahntechnik für einen interdisziplinären Austausch zusammen.

Nachdem GKZ-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Reimer und BTS-Clustermanager Dirk-Ulrich Krüger ihre Konferenzteilnehmer begrüßten, bot Petra Heldt vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) mit ihrem Vortrag zur transeuropäischen Verkehrswegeplanung sowie zum Planungsstand der Neubaustrecke Dresden-Prag den idealen Konferenzauftakt. In passender Ergänzung zum Thema „grenzüberschreitende Verkehrswegeinfrastrukturplanung“ ließ Dr. Stephan Tischler vom unabhängigen Ingenieur- und Beratungsunternehmen ILF Consulting Engineers Austria das Publikum an seinen Erfahrungen, die er u. a. im Rahmen des Bauprojekts Brenner Nordzulauf gewinnen konnte, teilhaben. Hierbei bekräftigte Dr. Tischler seine Vorrednerin darin, dass die frühzeitige Kommunikation sowie Einbindung aller Interessensgruppen maßgeblich zur Akzeptanz des Infrastrukturprojektes beiträgt. René Kirchbach, Geschäftsführer von INTER OFFICE und Kommunikationsspezialist für Industrie- und Infrastrukturprojekte, stellte den Teilnehmern schließlich hauseigene Lösungen zur Visualisierung sowie internen und externen Projektkommunikation vor.

Über ein ingenieurstechnisch höchst anspruchsvolles Tunnelprojekt hatte auch Carsten Scharf vom Ingenieurplanungsunternehmen WSP Infrastructure Engineering zu berichten. So erfuhren die Konferenzteilnehmer, dass seitens des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein gemeinsam mit DB Netze eine neue feste Fehmarnsundquerung als Verbundprojekt Straße/Schiene geplant sei. Neben Brücken- und Bohrtunnellösungen steht auch die Umsetzung als Absenktunnel zur Diskussion. Bei der letzteren Trassierungsvariante werden komplette Tunnelabschnitte als Bauelemente im Trockendock gefertigt, anschließend eingeschwemmt und an der Zielposition platziert. WSP ist hierbei federführend an der Schieneninfrastrukturplanung beteiligt.

Nach dem Mittagessen gewährte Sabine Kulikov vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie den Konferenzteilnehmern Einblicke in die Grundlagenermittlung der Geologischen Landesdienste von Sachsen und der Tschechischen Republik. Bereits am Morgen betonte Frau Heldt vom SMWA, dass sich die ungewöhnlich frühzeitige Einbindung (ab 2013) geologischer Aspekte in der Planung des Erzgebirgstunnels sehr bewährt habe. Ulrich Weber von der GGB Gesellschaft für Geomechanik und Baumesstechnik ließ die Planungsphase hinter sich und wandte sich mit seinem Fachvortrag der Bauphase zu. So stellte er ein intelligentes Glasfaser-Messsystem vor, welches eine zeitnahe Konvergenzmessung sowie 3D-Deformationserfassung ermöglicht. Lars Hildebrandt und Oliver Hahn von BBG Bauberatungsgesellschaft rundeten das breit aufgestellte sowie interdisziplinäre Themenspektrum mit ihrem Beitrag zum Abfallmanagement ab.

Die „Freunde des Dampfes“ unter den Konferenzteilnehmern konnten sich schließlich der Führung durch die Schmalspurbahn-Ausstellung anschließen und den Konferenztag bei spannenden Anekdoten aus der sächsischen Industriegeschichte ausklingen lassen. Für den einen oder anderen Gast des BTS-Sommerfests war dies der kulturelle Auftakt eines Abends, der ganz im Zeichen des entspannten Netzwerkens stand.