In der 15. Ausgabe der beliebten Veranstaltungsreihe „BTS-Mitglieder laden ein“ führte es uns auf dem direkten Wege zum Erfinder des THERMIT®-Schweißens, der Goldschmidt Thermit Group – genauer gesagt zur Elektro-Thermit GmbH & Co. KG, dem größten Tochterunternehmen der Gruppe. Die Elektro-Thermit ist das Center of Competence der Gruppe für THERMIT®. Rund ein Dutzend Gäste aus der regionalen Wirtschaft nutzten die Gelegenheit, um seltene Blicke hinter die Kulissen des Weltmarktführers im THERMIT®-Geschäft zu erspähen. Hierbei überraschte es besonders, dass die Digitalisierung selbst vor dem Gleisbett keinen Halt macht!

Wenn es ums Gleis geht, ist man bei der Goldschmidt Thermit Group im wahrsten Sinne goldrichtig, daran ließ der Geschäftsführer der Goldschmidt Thermit, Dr. Niederkrüger, bei seiner Einführung in die Unternehmensgruppe keinen Zweifel. Hierbei beeindruckte es besonders, dass das Unternehmen bei seinem Kerngeschäft der lückenlosen Schienenverbindung längst keinen Halt macht. Ganz im Gegenteil: Im Laufe der letzten 120 Jahre wurde das Leistungsspektrum um die Geschäftsfelder Gleisservice, Messtechnik, Geräte und Maschinen sowie Ausrüstung stetig erweitert, sodass sich Goldschmidt Thermit als kompetenter Partner rund ums Gleis weltweit einen Namen machen konnte. Nicht weniger als 24 mittelständische Einzelunternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeiter weltweit bilden zusammen die Goldschmidt Thermit Group.

Die Elektro-Thermit GmbH & Co. KG mit Sitz in Halle (Saale) ist eines davon. Mit rund 160 Beschäftigten ist sie die größte Tochtergesellschaft der Gruppe sowie das Center of Competence für THERMIT®. Jährlich verlassen rund 1 Million THERMIT®-Portionen den Produktionsstandort Halle (Saale). Neben einer kurzen Unternehmensvorstellung bot Dr. Wewel, Elektro-Thermit Geschäftsführer, spannende Einblicke in die Unternehmensgeschichte. So war die ursprüngliche Anwendung der aluminothermischen Reaktion zunächst die Herstellung von kohlefreien Metallen. Schnell verstand man es, die Abwärme auch für die Aufheizung von metallischen Bauteilen zu nutzen. Dies bildete schließlich auch den Ausgangspunkt zur Erfindung des THERMIT®-Schweißverfahren, welches seit 1928 als Regelschweißverfahren bei der Deutschen Bahn zugelassen ist.

Heute, 100 Jahre später, bietet das Unternehmen Produkte und Dienstleistungen für Bau, Reparatur, Instandhaltung und Modernisierung von Gleisanlagen. Neben dem für die Ausführung der THERMIT®-Schweißverfahren erforderlichen Verbrauchsstoffe bietet es zudem Geräte und Maschinen an, die bei der Durchführung der Schweißarbeiten benötigt werden. Das Produktportfolio wird ergänzt durch die Schienenisolierstöße der Bauart MT und ETW sowie innovative Produkte aus dem Bereich Gleismesstechnik. Darüber hinaus bietet die Elektro-Thermit GmbH & Co. KG ihren Kunden Aus- und Weiterbildungen von THERMIT®-Schweißern, Isolierstoßfertigern und Schweißaufsichtspersonen an.

Besonders beeindruckte es die Besucher jedoch, dass die Digitalisierung auf der Gleisbaustelle angekommen ist. So präsentierte die Leiterin des Kompetenzzentrums Digitalisierung, Kathleen Freier, den Gästen die hauseigene Datenbanklösung DARI® (Data Acquisition for Rail Infrastructure), die eine Reihe von Produkten und Maschinen, wie dem Geradlinigkeitsmessgerät RAIL STRAIGHT oder dem automatisierten Vorwärmgerät SMARTWELD JET, intelligent miteinander vernetzt und mittels der eigens entwickelten GOLDSCHMIDT DGITAL APP Messdaten in sekundenschnelle über mobile Endgeräte eingelesen, gepflegt und sicher abgelegt werden können.

Schließlich bot die THERMIT®-Schweißvorführung im Rahmen der Werksführung einen kleinen Vorgeschmack auf die digitale Gleisbaustelle im Feld.

Wir danken unserem BTS-Mitglied Elektro-Thermit GmbH für die Gastfreundschaft und den rundherum gelungenen Ausflug in die ganz eigene Welt des THERMIT®-Erfinders.