Am 14. November 2019 hieß es wieder einmal „BTS-Mitglieder laden ein“. Gastgeber der diesmaligen Veranstaltung war das CERSS Kompetenzzentrum Bahnsicherungstechnik in Dresden. 2011 als Tochter der CERSS Limited gegründet, genießt das Unternehmen ein nationales wie internationales Renommee auf seinem Gebiet. Passend zur Vorweihnachtszeit hielt der Gastgeber mit der Besichtigung des Sicherungstechnischen Labors der TU Dresden auch eine ganz besondere Überraschung für die Gäste bereit.

Doch lassen wir den Nachmittag nochmals Revue passieren: Zunächst führte Prof. Dr.-Ing. Jochen Trinckauf, Wissenschaftlicher Leiter und zugleich Inhaber der Professur für Verkehrssicherungstechnik an der TU Dresden, die Gäste in die Struktur sowie Kompetenzfelder des Unternehmens ein. So erfuhren die Teilnehmer, dass CERSS nicht nur Beratungs-, Ingenieur- und Forschungsdienstleistungen erbringt, sondern auch Gutachten auf den Gebieten des Verkehrsingenieurwesens, der Sicherheitswissenschaften sowie für Sektoren der kritischen (Bahn-)Infrastrukturen. Zudem ist die unternehmenseigene Inspektionsstelle CKBIS als unabhängige Bewertungsstelle vom Eisenbahn-Bundesamt für die Kompetenz- und Technologiefelder Zugsteuerung/-sicherung, Signalgebung, Eisenbahnfahrzeuge und Betrieb anerkannt und im Register der Bewertungsstellen eingetragen. Ein weiterer Meilenstein in der Firmengeschichte ist die Gründung der CERSS International GmbH im Jahr 2017, deren Profil Beratungs-, Planungs- und Auditierungsleistungen auf dem Gebiet der Sicherheit umfasst. Im Vergleich zum CERSS Kompetenzzentrum Bahnsicherungstechnik ist der Begriff „Sicherheit“ bei CERSS International weiter gefasst und schließt neben „Safety“-Themen (d. h. betreffend Betriebssicherheit für Mensch und Umwelt) vor allem auch „Security“-Themen (z. B. Daten- und Informationssicherheit betreffend) mit ein.

Nach der Unternehmenspräsentation übergab der Gastgeber das Wort an Dr.-Ing. Daria Menzel, Projektleiterin des aktuellen FuE-Projektes „Neue Sekundärbahn“. Durch ein neues Konzept zur infrastrukturellen und fahrzeugseitigen Ausrüstung sollen wesentliche Voraussetzungen geschaffen werden, um auch schwach belastete Eisenbahnstrecken mit regionaler Erschließungsfunktion (kurz: Sekundärbahnen), wirtschaftlich weiterbetreiben zu können. Die neue Lösung zeichnet sich einerseits durch Dezentralisierung der Funktionen der Fahrzeugbewegungssicherung und andererseits durch Verlagerung eines Teils der sicherheitsrelevanten Funktionen auf das Fahrzeug aus, sodass dafür Stellwerke im klassischen Sinne überflüssig würden.

Nachdem die Laborversuche im Sommer 2019 erfolgreich abgeschlossen wurden, soll im nächsten Schritt die Umsetzbarkeit des Lösungskonzeptes unter realen Bedingungen in Feldversuchen getestet werden. Das Vorhaben wurde bereits in der ersten Phase vom Freistaat Sachsen gefördert. Nun befindet sich die Förderung der zweiten Phase aktuell in Beantragung, wobei das Projektkonsortium, bestehend aus den BTS-Mitgliedern CERSS Kompetenzzentrum Bahnsicherungstechnik, IFB Institut für Bahntechnik, Photon Meissener Technologies sowie TU Dresden mit den Professuren für Verkehrssicherungstechnik und Informationstechnik für Verkehrssysteme,  im Rahmen des Innovationsclusters SET4FUTRE unterstützt wird. Mit der Kurzvorstellung des Projekts „PlanPro – Durchgängige elektronische Datenhaltung im LST-Planungsprozess“ gab Dr.-Ing. Jens Buder weitere Einblicke in das Projektgeschäft. Mit Einführung der „Digitalen LST-Planung“ sollen vor allem die Planungsqualität erhöht und Redundanzen im bisherigen Prozess verringert werden, um aktuelle und zukünftige Herausforderungen bei der Realisierung Projekten der Leit- und Sicherungstechnik bewältigen zu können. Dazu bedarf es u. a. eines zentralen LST-Datenmodells, neuer Prozesse sowie (weiter-)entwickelter Werkzeuge.

Nach den Vorträgen wurde das Sicherungstechnische Labor der Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedrich List“ im Potthoff-Bau der TU Dresden besichtigt. Dort konnten sich die Gäste vom Sachstand des NSB-Demonstrators überzeugen und einen Einblick über weitere Exponate/Versuchsstände erhalten. Die Gelegenheit wurde für zahlreiche Fragen und Kurzdemonstrationen genutzt, sodass dort die Veranstaltung eindrucksvoll beendet werden konnte.

Wir bedanken uns bei unserem BTS-Mitglied CERSS Kompetenzzentrum Bahnsicherungstechnik als Gastgeber sowie allen interessierten Teilnehmern für die rundum gelungene Veranstaltung.

Und zu guter Letzt ein Ausblick ins neue Jahr: Wir freuen uns, dass sich im Rahmen unseres Veranstaltungsangebots „BTS-Mitglieder laden ein“ am 14. Januar 2020 mit apikal Anlagenbau GmbH und der Kanzlei Althoff Kierner Rechtsanwälte gleich zwei  Vereinsmitglieder präsentieren werden! Melden Sie sich am besten schon heute an!