Der dritte ERCI Cybersecurity Workshop wurde am 27. Juni 2018 durch das SNCF Technicenter Hellemmes in Lille, Frankreich in den brandneuen Kreativräumen des Technologiezentrums ausgerichtet. Die Veranstaltung wurde von unserem ERCI-Partner und französischen Bahntechnikcluster i-Trans organisiert. i-Trans gelang es französische, weitere europäische Cybersecurity-Institutionen und Unternehmen jeglicher Größe an einen Tisch zu bekommen. Insgesamt nahmen 35 Organisationen teil.

In der ersten Gesprächsrunde erklärte ERA, die Europäische Eisenbahnagentur, das für sie vor allem zwei Säulen in ihrer Arbeit im Fokus stehen: Sicherheit und Interoperabilität. Das thema Cybersecurity fällt eindeutig in den Bereich Sicherheit und es ist das Ziel der Agentur eine gemeinsame EU Cybersecurity-Rahmenverordnung zu schaffen. ACN (französische Allianz für digitales Vertrauen) betonte auch vor allem die Wichtigkeit der Harmonisierung der verschiedenen Zertifizierungen und die Kommunikation der verschiedenen Akteure, um dies zu leisten. ANSSI, die Nationale Cybersecurity-Agentur Frankreichs, erklärte die Schwierigkeit der Zertifizierung der Cybersecurity bei Zügen. Die Herausforderung ist es, die Integrität des Cybersecurity-Systems entlang der Wertschöpfungskette sicherzustellen.

In der zweiten Gesprächsrunde bestätigten ALSTOM, EPSF (französische Behörde für Eisenbahnsicherheit) und CERTIFER, das Cybersecurity ein Schlüsselthema für die Digitalisierung der Eisenbahnindustrie ist. Um die Herausforderungen spezifisch für die Bahntechnik zu meistern, arbeiten u.a. ALSTOM, SNCF und Bombardier in der Arbeitsgruppe CENELEC mit, die auf Basis der internationalen Norm IEC 62443 arbeitet. FIF, der Verband der französischen Eisenbahnindustrie, hat gerade erst ein Cluster für Digitale Technologien gegründet.

Während des Workshops nutzten auch die Mittelständler TECNAU aus dem italienischen Bahntechnikcluster DITECFER und CERSS als BTS-Mitglied die Gelegenheit, ihre Expertise und ihren Wettbewerbsvorteil vorzustellen.

Nachdem SNCF seine Sicht auf das Thema Cybersecurity darstellte, wurden die Teilnehmer des Workshops in den Bereichen ‚Elektronik‘ und ‚Equipment Engineering‘ des SNCF Technologiezentrums herumgeführt. Vor allem der letztere Bereich besitzt mit seinem BATIR Prüfstand State-of-the-Art-Ausstattung. Diese ermöglicht es, ihre Mission zu erfüllen: die Instandhaltung und das Upgrade der eingebetteten Software in TGV-Hochgeschwindigkeitszügen.

Das Fazit der Veranstaltung für unsere Mitglieder ist, das Cybersecurity nicht nur ein Kostenfaktor, sondern auch eine Geschäftsgelegenheit sein kann. Dies kann durch die Zusammenarbeit mit den Big Playern und der Entwicklung neuer Cybersecurity-Lösungen geschehen, sondern auch als KMU, das als Nischenanbieter fungiert.

Wir danken nochmals i-Trans und SNCF für ihre Gastfreundschaft und freuen uns auf das nächste Event am 8. November 2018 in Florenz, Italien!