Am 08. Mai 2018 war „HORIZON 2020 Infoday“! Rund 25 Vertreter aus der sächsischen Industrie- und Forschungslandschaft nutzten diesen Tag, um sich einen Überblick über das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation HORIZON 2020 zu verschaffen, weitere vor allem KMU-relevante Förderinstrumente der EU und des Bundes kennenzulernen sowie persönliche Erfahrungen und Kontakte auszutauschen.

Mit Veröffentlichung der Arbeitsprogramme für die Periode 2018-2020 hat die EU-Kommission im Oktober 2017 die letzte Runde der Ausschreibungen im Rahmenprogramm für Forschung und Innovation – HORIZON 2020 – eingeläutet. Zu diesem Anlass luden BTS Rail Saxony und Enterprise Europe Network (EEN) Sachsen am 8. Mai 2018 zu einem gemeinsamen regionalen Informationstag in die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) nach Dresden ein.

Hausherr und WFS-Geschäftsführer, Peter Nothnagel, freute sich über die rege Resonanz aus dem Netzwerk. Er ermutigte die Gäste dazu, Förderprogramme wie HORIZON 2020 zu nutzen, um den sächsischen Innovationsgeist auch in marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu überführen. Denn Fakt ist: Trotz des vorhandenen Know-hows, werden nur vergleichsweise wenige Unternehmen aus dem Bahnland Sachsen in europäischen Konsortien aktiv. Der organisatorische Aufwand einer internationalen Zusammenarbeit sei sicherlich nicht zu unterschätzen, aber mit dem richtigen Partner an der Seite, wie z.B. Großunternehmen, Forschungseinrichtungen oder Hochschulen, definitiv stemmbar. Darüber hinaus werden sächsische KMU von der Sächsischen Aufbaubank (SAB) mittels der HORIZON-Prämie (bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, max. 3 Förderungen pro Unternehmen) bei der Antragsstellung unterstützt.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde den Teilnehmern zunächst eine Einführung zum EU-Rahmenprogramm HORIZON 2020 gegeben sowie aktuelle bzw. potenzielle Ausschreibungsthemen mit Bezug zur Bahntechnik von Vertretern der Nationalen Kontaktstellen (NKS) für Verkehr, Werkstoffe und Produktion vorgestellt. Auch über den Informationstag hinaus sind die NKS die ideale Anlaufstelle, um z.B. geeignete Ausschreibungsthemen zu identifizieren, wertvolle Hintergrundinformationen zu Ausschreibungsthemen einzuholen, Unterstützung bei der Antragsstellung zu erhalten. Hierbei arbeiten die NKS (zur Übersicht NKS) eng mit EU-Hochschulbüros, IHKs oder dem EEN zusammen. Um Projektpartner zu finden ist das EEN geeigneter Ansprechpartner.

Seit 2014 existiert zudem mit „Shift2Rail“ (S2R) eine institutionelle Public-Private Partnership Initiative, die durch Forschungs- und Innovationsaktivitäten die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn-industrie in Europa fördern sowie einen Beitrag zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Raums des Schienenverkehrs leisten soll. Aus dem HORIZON 2020 Haushalt stehen dafür im Zeitraum 2014-2020 920 Millionen Euro zur Verfügung. Lutz Hübner, Projektmanager des ERCI-Partnerclusters „Cluster Transport | Mobility | Logistics“ von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH, vermittelte den Teilnehmern einen grundsätzlichen Überblick über das Ausschreibungsverfahren sowie über vergangene und potenzielle Themen für die folgenden Ausschreibungen. Zwar werden die Open Calls für die folgende Ausschreibungsperiode erst am Ende des Jahres bekanntgegeben. Nichtsdestotrotz, ist es aus seiner Erfahrung heraus hilfreich, sich frühzeitig über potenzielle Themen zu informieren und im Vorfeld schon mögliche Projektpartner mit ins Boot zu holen, um sich mit der Veröffentlichung der Calls vor allem auf das Projekt und den Antrag an sich konzentrieren zu können. Wie schon in den letzten Jahren stehen die Cluster des europäischen Bahntechnikclusterverbunds ERCI, wie Berlin Partner und BTS Rail Saxony, seinen Mitgliedern bei der Partnersuche tatkräftig zu Seite.

Dr.-Ing. Petra Franitza vom Sächsischen Textilforschungsinstitut e.V. (STFI e.V.) komplettierte das Programm mit Ihrem Erfahrungsbericht als langjährige Gutachterin sowie zahlreichen Tipps für die erfolgreiche Antragsstellung. Wobei das allerbeste Antragsstellertraining Ihrer Meinung nach die Gutachtertätigkeit selbst sei!

Ergänzend stellte Ute Kedzierski vom ZTS-Zentrum für Technologiestrukturentwicklung Region Riesa-Großenhain GmbH und Vertreterin des  EEN Sachsen weitere und vor allem für kleine und mittlere Unternehmen unterschwelligere Förderungen des Bundes und der EU vor. So ist das KMU-Instrument im Rahmen von HORIZON 2020 (Förderquote von 70 Prozent) themenoffen, an keine Deadline gebunden und auch für Einzelantragssteller hervorragend geeignet. Schwerpunkt der Förderung (bis 2,5 Millionen Euro) ist die Markteinführung von Innovationen beginnend beim Prototyp. Sollte zudem die ein oder andere fachliche bzw. akademische Expertise zur Durchführung eines Innovationsprojektes im Hause noch fehlen, dann sei einem die Marie-Sklodowska-Curie-Förderung ans Herz gelegt, mit der eine 100-prozentige Förderung von Personalkosten zzgl. Aufwendungen für international Forschende möglich ist, d.h. bis zu 174.000 Euro für maximal 24 Monate.